//// Ungarn
Tolle Technik-Ausstellung in Budapest
Die visionäre aber kauzige ungarische Persönlichkeit, Széchenyi István, wollte die Innovationen der damaligen englischen industriellen Revolution praktisch im Handumdrehen auch in Ungarn heimisch machen. Wie er dies bewerkstelligen wollte, wird jetzt im Budapester Verkehrs-Museum in der an Kuriositäten reichen Ausstellung „Hídember gépei” („Die Maschinen des Brückenmenschen”) gezeigt.
Ein echtes Kuriosum stellte die aus Holz gebaute, acht Kilometer lange Seilbahn dar, die ursprünglich zum Steintransport zwischen Kőbánya und Pest entwickelt wurde. Kurz nach der Eröffnung im Jahre 1827 wurden nicht nur Steine, sondern auch Passagiere auf diesem Vorläufer der ungarischen Eisenbahnen transportiert. Jósef Nádor erteilte innerhalb eines Tages die Baugenehmigung und Széchenyi István war sogar unter den Teilhabern der Gesellschaft, auch wenn sich die Bahn als funktionsuntauglich erweisen sollte.
Die erste Teststrecke war acht Kilometer lang. Das über eine Länge von 900 Kilometern geplante Verkehrsnetz wurde allerdings nie realisiert. Im Jahre 1828 wurde das Unternehmen aufgelöst, das Holz wurde als Brennholz verkauft. Im Verkehrsmuseum wurden jetzt acht Meter der Eisenbahnstrecke aufgebaut - voll funktionsfähig, wirklichkeitsgetreu und befahrbar.
Ein weiteres funktionstüchtiges Kuriosum derselben Ausstellung ist die partielle Reproduktion des ersten ungarischen Dampfschiffes. 1807 wurde in Amerika das erste dampfbetriebene Schiff der Welt ins Wasser gelassen, welches von Fulton gebaut worden war. Es bedurfte gerade einmal eines Zeitraums von zehn Jahren, bis auch in Ungarn ein Dampfschiff namens Carolina betrieben wurde. Der Flussdampfermotor hatte ganze 24 PS und bewegte einen Rumpf von 13 Meter Länge. Der Dampfer hatte sich jedoch in der Praxis nicht als tauglich erwiesen - weder als Schlepper, noch als Fähre.
In der Galerie des Museums ist jetzt das Heck des Dampfschiffes
aufgebaut worden. Es ist begehbar und im inneren der Installation
bekommt man einen guten Eindruck von der Funktionsweise der
Dampfmaschine und der Arbeit der Schaufelräder. Neben vielen
anderen Kuriositäten der Technik-Geschichte können auch die
Grundsteine der Kettenbrücke in einem wirklichkeitsgetreuen Modell
in Originalgröße besichtigt werden.
Hinsichtlich der Führungen gibt ist ein echtes Novum: Das gesamte
Material der Führungen kann auf Bluetooth, Handy heruntergeladen
werden und so in ganzer Lange genossen werden.
http://www.km.iif.hu/
Öffnungszeiten: http://www.km.iif.hu/info.html#múzeum
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