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Adalbert 1 © Ursula Pietschmann

mycentrope.com-Weihnachtsgeschichten

Vor Weihnachten hat das Geschichtenerzählen Tradition. Was erzählt man sich in der Centrope-Region? Plus: die mycentrope.com-Weihnachtsgeschichte „Adalbert“.

 

In der Vorweihnachtszeit werden in der gesamten Centrope-Region - und natürlich auch weit darüber hinaus – an den Adventsonntagen oder bei Feiern Geschichten erzählt. Die Kulturhistoriker erklären dies mit dem Umstand, dass die vorwiegend bäuerliche Gesellschaft der vorigen Jahrhunderte in den kalten Wochen vor dem Jahreswechsel viel Zeit in den Stuben der Häuser verbrachte: Die Ernte war längst eingefahren und Schnee und Kälte verhinderten, dass weitere Arbeiten im Freien verrichtet werden konnten. So verlegten sich die Familien vor Weihnachten darauf, einander Geschichten zu erzählen: teils Mythisches, teils Erfundenes… die Weihnachtserzählung war geboren.

In nahezu jedem vorweihnachtlichen Brauch, der bis heute in der Region gepflegt wird, steckt Kommunikation: so „erzählt“ der Adventkranz, dessen vier Kerzen nacheinander bis zum heiligen Abend an den Adventsonntagen  angezündet werden, vom Herannahen der Geburt Jesu und der Adventkalender offenbart nicht immer nur Süßes: Jedes hinter dem sich öffnenden Fenster enthüllte Bildchen erzählt gleichsam eine kleine Weihnachtsgeschichte. Die Ursprünge des Adventkalenders lassen sich bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgen: Und tatsächlich wurden damals in christlichen Familien im Dezember 24 Bilder nach und nach an eine Wand gehängt. Jedes Bild eine kleine Erzählung über das Leben, die Menschen und ihre Schicksale.

Österreich: Die Weihnachtsgeschichte vom Knecht Ruprecht und Karl Heinrich Waggerls Erzählungen

In Österreich ist die vielleicht bekannteste Weihnachtsgeschichte jene vom Knecht Ruprecht. In diesem aus dem Jahre 1862 stammenden Gedicht von Theodor Storm beschreibt der Helfer des Christkinds, Knecht Ruprecht, seine Tätigkeit: als Knecht des Christkinds verteilt er zu Weihnachten Gaben an die braven Kinder: „Von drauß vom Walde komm ich her, ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr“.

Im Laufe der jüngeren Neuzeit hat die Weihnachtserzählung einen fixen Platz im Kulturkatalog bekommen. Einer ihrer berühmtesten und erfolgreichsten Vertreter war der österreichische Volksliterat Karl Heinrich Waggerl (1897 bis 1973). Mit 5 Millionen verkauften Büchern und Übersetzungen in mehr als ein Dutzend Sprachen zählt Karl Heinrich Waggerl zu den meistgelesenen österreichischen Autoren. Sein wohl bekanntestes Werk ist die Weihnachtsgeschichten-Sammlung Und es begab sich. Das Buch enthält die berühmten Weihnachtslegenden Worüber das Christkind lächeln musste oder Warum der schwarze König Melchior so froh wurde. Neben den Legenden hat Karl Heinrich Waggerl auch viele Geschichten über weihnachtliches Brauchtum niedergeschrieben. „Gottlob für einen winzigen Funken Licht in der schrecklichen Finsternis“, so hat Waggerl einmal die Vorweihnachtszeit beschrieben.

Waggerls Geschichten und Betrachtungen über die „stillste Zeit im Jahr“ werden bis heute bei Adventfeiern vorgetragen. Und sie wurden auch, interpretiert von im deutschsprachigen Raum poulären Volksschauspielern, wie Josef Meinrad oder Heinz Rühmann, auf Tonträgern verewigt.

Tschechien: Die Weihnachtsgeschichte David und der Weihnachtskarpfen

Auch in Tschechien erzählen die Eltern ihren Kindern in der Adventzeit Weihnachtsgeschichten: Eine der populärsten ist die Geschichte von David und dem Weihnachtskarpfen: Davids Vater, Hausmeister in einer Schule, will für das festliche Mahl am heiligen Abend einen Weihnachtskarpfen erstehen. David darf ihn aussuchen, sieht in ihm aber nicht das Festessen, sondern einen willkommenen Spielkameraden. Um das Tier vor einem grausamen Ende als Weihnachtsmahl zu schützen, versteckt er alle Messer des Haushaltes. Während die Eltern schlafen, spielt er mit seinem Freund, der bis Weihnachten in der Badewanne bleiben soll. Um den Karpfen zu retten, schleppt er ihn schließlich in die Schule und wirft ihn dort ins Schwimmbecken des Sportbereichs. Als die Eltern aufwachen, machen sie sich verzweifelt auf die Suche nach ihrem Sohn. Sie finden ihn endlich mitsamt dem im Schulbecken schwimmenden Karpfen wieder und sind darüber so dankbar, dass sie David erlauben, seinen Freund in der Moldau in die Freiheit zu entlassen.

Ungarn: Das weihnachtliche Krippenspiel und der Schallplattenspieler

Um Weihnachten herum ist es in Ungarn üblich, dass Kinder von Haus zu Haus gehen und ein Krippenspiel gegen eine geringe Spende für arme Leute aufführen. Ähnlich wie es in den deutschsprachigen Ländern die Sternsinger tun. Diesen Brauch, der besonders auf dem Lande Verbreitung fand, wird betlehemezés - Betlehemspiel genannt.

In Ungarn werden die Adventsonntage fast so besinnlich und festlich gestaltet, wie die heilige Nacht selbst. Die Familie versammelt sich um die brennenden Kerzen des Adventkranzes und singt Weihnachts- oder Winterlieder. Traditionelle ungarische Weihnachtslieder sind beispielsweise Kis karácsony, nagy karácsony (Kleine Weihnachten und große Weihnachten) oder Mennyből az angyal (Der Engel vom Himmel).

Ab den 50er-Jahren wurde die eigene Singstimme oft durch den Schallplattenspieler oder später den CD-Player ersetzt – hauptsache die Wohnung erschallte von festlichen Klängen. 

Slowakei: der Advent gehört den Hirtenerzählungen

Für die Slowaken sind vor allem die Hirten der Weihnachtsgeschichte von großer Bedeutung. In der Weihnachtsgeschichte der Hirten wird das Jesuskind mit einem Schafspelz beschenkt. Um daran zu erinnern werden allerorten Hirtenlieder gesungen und Hirtenspiele aufgeführt. Auch auf den Adventmärkten in Bratislava kommen Hirtenspiele zur Aufführung. In der Kirche aber auch im Kreise der Familie werden während der Adventzeit Bibel-Geschichten erzählt. Die beliebteste ist natürlich jene über die Geburt und das Leben von Jesus Christus. Auch in der Slowakei werden allerorten koledy (Weihnachtslieder) gesungen oder erschallen aus den Lautsprechern der Kaufhäuser und Restaurants.

Fazit: Weihnachtsgeschichten, Weihnachtsgedichte und Weihnachtslieder gehören zu Weihnachten wie Weihnachtsmärkte und der Weihnachtsbaum. Ob besinnliche Verse, launige Erzählungen oder stimmungsvolle Gesänge– nicht nur die Augen der Kinder erstrahlen, wenn Sie eine Weihnachtsgeschichte hören.

mycentrope.com schenkt seinen Lesern eine exklusive Weihnachtsgeschichte in vier Teilen. Lesen Sie jeden Adventsonntag die illustrierte Erstveröffentlichung von Adalbert, dem kleinen Weihnachtszwerg.

Ab Freitag, den 25. 11. 2011 in vier Teilen im mycentrope-Advent-Fenster!

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