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Brünn - aktuelle Projekte und Ausstellungen
Brünn bietet neue, spannende Ausstellungen - darunter ist auch der legendäre Münzmeisterkeller in der Altstadt.
Unterirdische Bauarbeiten zur Sanierung des Fundaments der Stadt Brünn förderten mittelalterliche Baujuwele an den Tag. Für die Besucher der Stadt Brünn bedeutet das neues "Besichtigungs-Futter": Die Instandsetzungsarbeiten sind abgeschlossen und der Zugang zu zwei voneinander unabhängigen Keller-Komplexen ist nun dauerhaft möglich. Das erste Kellergeschoss besteht aus einem Labyrinth von Gängen und Kellern unter dem Kohlmarkt (Zelný trh). Der zweite Keller, der sogenannte Münzmeisterkeller, liegt unter einem mittelalterlichen Bauwerk auf dem Platz Dominikánské námĕstí. Das Bauwerk wird heute als Sitz der Stadtverwaltung genutzt.
Die Gänge und Keller, die nun zugänglich gemacht wurden, sind allerdings nur ein Teil jener unterirdischen Räumlichkeiten, die unter dem historischen Stadtkern von Brünn in den letzten Jahrzehnten vor sich hinschlummerten. Die übrigen Kellerräume befinden sich unter erhaltenen oder bereits niedergerissenen Bauten, zu denen sie damals gehörten. Trotz der Vielzahl der Kellerräume wurden diese erstaunlicherweise nie für eine öffentliche Besichtigung erschlossen.
Für das aktuelle Projekt wurden nun die interessantesten und attraktivsten Räumlichkeiten in Brünn ausgewählt. Durch den Umbau für die Besichtigungstouren und Ausstellungen entstanden auch neue Durchgänge zu früher getrennten Bauteilen.
Unter dem Kohlmarkt - Moderne meets Mittelalter
Im Münzmeisterkeller entstand durch einen neu gebohrten Gang ein spannender Kontrast zwischen modernen Bauformen und dem mittelalterlichen Mauerwerk des damaligen Dominikanerklosters, das sich früher am jetzigen Platz des neuen Rathauses in Brünn befand. Im Münzmeisterkeller kann man auch den ersten belegten königlichen Münzmeister namens Bruno als Statue antreffen. Bruno war italienischer Herkunft und einer Sage zufolge versteckte er im Keller seines Hauses große Mengen an Goldmünzen.
Das Labyrinth unter Zelný trh bildet dank einer einzigartigen Baulösung eine durchgehende Besichtigungsstrasse, die unter einem der ältesten und am besten erhaltenen Plätze von Brünn hindurch führt. Die Besichtigungsstraße führt 8 Meter in die Tiefe.
Zelný trh selbst ist ein Platz in Brünn, der den Kaufleuten im 13 Jahrhundert für den Handel von Lebensmitteln diente. Bis heute konnte er seinen spezifischen Charakter erhalten. Im Rahmen der Führungen kommt man zum Haus „Malý Spalíček“, in dem die Arbeitsweisen der mittelalterlichen Handwerker veranschaulicht werden.
Die gesamte Führung dauert 40 Minuten und führt in eine Tiefe von etwa 10 Metern. Videos und Touchscreens laden zum aktiven Geschichtskonsum ein. Sonder-Ausstellungen über Weinkultur, Lebensmittel, Leuchten und Archäologie ergänzen das Angebot.
Der Münzmeisterkeller in Brünn
Im Mittelalter wurde der „Dominikanske namesti“-Platz Fischmarkt genannt. Auf dem Platz wohnte die Prominenz von Brünn. Dazu dürfte unter anderem der königliche Münzmeister, Bruno, gezählt haben. Wie schon erwähnt, dienten die Kellerräume seines Hauses in Brünn als Münz-Lager und Präge-Stätte. Heute sind die Räume ein Teil des Kellers des neuen Rathauses, Sitz der Stadtverwaltung und des Bürgermeisters. Die Geschichte des Hauses kann bis ins 13. Jh. zurück verfolgt werden. In dieser Zeit war das Haus Teil eines Dominikanerklosters, zu dem auch die anliegende Kirche des heiligen. Michaels gehörte. Im 17. Jahrhundert wurden sowohl die Kirche als auch das Kloster im Barockstil umgebaut und nach den Joseph-Reformen wurde das Kloster aufgelöst. Das Kloster diente später als Kaserne. Die Ausstellung widmet sich der Münzprägung in Brünn anhand der historischen Ereignisse. Außer den Münzen und weiteren Nachweisen des Münzprägungshandwerks werden auch Faksimiles von wertvollen Urkunden ausgestellt.
Interessante Stationen der Ausstellungen in Brünn:
- Im audiovisuellen Saal des Münzmeisterkellers wird man mittels 35 Plasma-Displays virtuell durch die Stadt Brünn geführt.
- Die königliche Kapelle in Brünn wird als dreidimensionales Modell und auf alten Fotos dargestellt. Die gotische Kapelle des heiligen Wenzels stand bis 1908 im unteren Bereich des Platzes.
- Der mittelalterliche Brunnen in Brünn stammt aus dem 13. Jh und versorgte den Fischmarkt mit Wasser.
- Der Münzmeisterkeller in Brünn kann von Dienstag bis Sonntag jeweils von 9:30 bis 18:00 besucht werden.
- In der Weinausstellung kann man sich mit der damaligen Wein- und Bierzubereitung in Brünn und Umgebung vertraut machen. Das Alchimistengewölbe ist eine naturgetreue Darstellung eines Alchimisten- und Apothekerlabors und im Kerker werden Kopien von Werkzeugen vorgestellt.
Weitere Informationen zu den unterirdischen Ausstellungsräumen gibt es bei der Stadtinformation Brünn.
Lesen Sie auch unseren Bericht über das berühmte Restaurant Hansen in Brünn.
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